Tag: Lesung

  • “Hell no, we won’t go”

    “Hell no, we won’t go”

    50 Jahre nach dem Ende des Vietnamkriegs: Der antimilitaristische Widerstand in der US-Armee und der US-Zivilgesellschaft

    Buchvorstellung und Diskussion mit dem Herausgeber Lou Marin

    Sonntag, 22. März ’26, 19:30 im AZ Conni (Rudolf-Leonhard-Str. 39)


    Am 30. April 1975 endete der Vietnamkrieg. Die These dieses Buches ist, dass der US-Krieg in Vietnam zu einem großen Teil durch massenhaften antimilitaristischen Widerstand im Innern der USA selbst sowie im Innern der US-Armee beendet worden ist. Berichtet wird über das Ausmaß von Desertion, Kriegsdienstverweigerung, Sabotage- und direkten Aktionen. Der Widerstand innerhalb der US-Armee in Vietnam und die zivilgesellschaftliche Massenbewegung gegen die Rekrutierung neuer Soldaten zwangen Präsident Nixon dazu, die US-amerikanischen Truppen zu reduzieren und schließlich die finanzielle und materielle Unterstützung des südvietnamesischen Marionettenregimes aufzugeben.

    Nach der Vorstellung des Buchs wird es Raum für eine Diskussion geben. Es sind keinerlei Vorkenntnisse nötig. Wir werden mit einem Büchertisch vor Ort sein – mit dem Buch “Hell no, we won’t go” sowie mit einer Auswahl weiterer Bücher. Die Lesung findet im Saal des AZ Conni statt, der barrierearm über einen Fahrstuhl erreichbar ist. Auch wird es an dem Abend Erfrischungsgetränke an der Bar geben. Wir freuen uns auf euch!

  • Zeit abschaffen

    Zeit abschaffen

    – Ein hauntologischer Essay gegen die Arbeit, die Familie und die Herrschaft der Zeit –

    mit Autor SIMON NAGY

    11. März ’26, 18:30 im AZ Conni (Rudolf-Leonhard-Str. 39)

    Arbeit abschaffen – Familie überwinden – Zeit beenden: gemeinsam mit den Gespenstern vergangener Zukünfte

    Das Ende der Arbeit, die Aufhebung der Familie und die Abschaffung der Zeit treten in diesem Buch als verwandte, einander sogar bedingende Begehren auf. Sie alle drehen sich um das Ziel, der künstlichen Produktion von Gegenwart ein Ende zu setzen und vergangene Kämpfe in kollektiv bestimmte Zukünfte zu transformieren.

    Es ist 175 Jahre her, dass es erstmals beim Namen genannt wurde: das die Gegenwart heimsuchende, aus der Zukunft flüsternde Gespenst des Kommunismus. In den letzten Jahren tauchen wieder vermehrt solche Gespenster auf, die von radikal anderen Zukünften zu flüstern wissen. Sie erscheinen vor allem in Filmen, Romanen und künstlerischen Arbeiten, sind aber gar nicht so leicht zu erkennen, weil sie sich nicht an althergebrachte Formen des Spuks halten. Es braucht neue Werkzeuge, um sie aufzuspüren, mit ihnen ins Gespräch zu treten und herauszufinden, was sie uns über unsere Zeit, ihre Abschaffung und von möglichen anderen Zeiten berichten können.

    Der Essay Zeit abschaffen tritt mit Gespenstern der Gegenwart und der jüngsten Vergangenheit in einen solchen Dialog. Er sucht das Gespräch mit ihnen mit dem Ziel, ihr Flüstern nicht wie so oft als Drohung, sondern als Versprechen hörbar zu machen.

  • Johannes Agnoli – Subversion als Wissenschaft

    Johannes Agnoli – Subversion als Wissenschaft

    Lesung und Diskussion mit Autor Michael Hewener

    15. Jan. 2026 – 19 Uhr – Disputhek (Leipziger Str. 84)

    Im Anfang war die Subversion. Im Deutschen hat der Begriff einen negativen Beigeschmack, für Johannes Agnoli (1925–2003) war er hingegen der Inbegriff von Befreiung – und dieser verschrieb er sich als Professor für Politikwissenschaften am Otto-Suhr-Institut in Berlin. Agnolis bekanntestes Buch erschien 1967: »Transformation der Demokratie«, eine der bedeutendsten parlamentarismuskritischen Schriften der Nachkriegszeit, ein »theoretischer Meilenstein« (Joachim Hirsch). »Keine Freiheit für den, der von ihr Gebrauch macht«, fasste der Publizist Sebastian Haffner 1967 Agnolis Analyse der Herrschaftstechniken gegenüber »Subversiven« in einer Rezension zusammen – die Antiautoritären von 1968 sollten es am eigenen Leib spüren.

    Die Verfassung der Bundesrepublik interpretierte Agnoli als Klassenkompromiss, aber einen, der nicht offen für ein sozialistisches Projekt war, wie etwa sein Kollege Wolfgang Abendroth glaubte, sondern einen, der hauptsächlich dazu gedacht war, die Massen von der Macht fernzuhalten. Gerade diese kritische Perspektive machen seine Arbeiten zu parlamentarischer Demokratie in Zeiten von Krise, Autoritarismus und faschistischer Gefahr so aktuell. Die biografische Miniatur gibt Einblick in Agnolis Leben und bietet einen guten Einstieg in sein Denken – auch dank einiger Originaltexte, die nun erstmals in gedruckter Form vorliegen.

    Wir freuen uns Michael Hewener, den Autor des Buches, in Dresden begrüßen zu dürfen. Nach einer circa einstündigen Buchvorstellung möchten wir mit euch zu Agnolis Ideen ins Gespräch zu kommen.
    Keine Vorkenntnisse notwendig!

  • NEON/GRAU – Lesung und Gespräch

    NEON/GRAU – Lesung und Gespräch

    Zwischen Neon und Grau schimmern die vielen Geschichten über 1989/90 und den Osten mit all seinen Widersprüchen und Konflikten. Popkultur erzählt davon, im Gangsta-Rap aus Ostberlin, in Romanen über die brandenburgische Provinz, in Filmen über Aufbrüche und Abbrüche.
    NEON/GRAU fügt diese Geschichten zusammen und bringt sie miteinander ins Gespräch – über Freiheiten und Verluste, Zugehörigkeit und Ausgrenzung, Jugend und Gewalt, ländliche Räume und Geschlechterverhältnisse.

    Lesung und Gespräch zum Buch Neon/Grau

    mit ANNA LUX und JONAS BRÜCKNER

    am Sonntag, 14.12.2025 – 19:00 Uhr

    im AZ Conni